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Exakt zwischen Aschach und Neuhaus

Noch 1926 um Widmungen der Schifferzunft Aschach und der Strombauleitung erweitert und 1965 von den Österreichischen Donaukraftwerken renoviert, geriet die „Halbe Meile“ über die Jahre beinahe in Vergessenheit. Zeit und Natur entzogen das mahnende und zugleich eine glückliche Flussfahrt verheißende Denkmal langsam den Augen der Vorüberreisenden.

Heiligengruppe an Felswand
Das restaurierte Schifferdenkmal strahlt zwischen Aschach und Neuhaus den Schiffsleuten wieder glückbringend entgegen, Foto: © viadonau

Es war um das Jahr 1802, als ein Schiffmeister mit Namen Johann Georg Fischer d. Ä. nahe Aschach an der oberösterreichischen Donau in ein heftiges Unwetter geriet. Als er den Untergang schon vor Augen hatte, wendete sich unverhofft an jenem Felsen auf halbem Weg zwischen Aschach und Neuhaus in höchster Not doch noch sein Schicksal, und der Schiffmeister wurde, wie er vermeinte, vor dem sicheren Tod gerettet. Aus Dankbarkeit ob dieser glücklichen Fügung stiftete Johann Georg Fischer mit Beständen des aufgelassenen Klosters Pupping das Schifferdenkmal „Halbe Meile“, das fortan am Ort der wundersamen Rettung an einer Felswand befestigt jenen Schiffsleuten, die ihr Gebet an die Kreuzigungsgruppe richteten, eine sichere Fahrt gewähren sollte.

Heiligengruppe auf Felswand
Foto: © viadonau

Noch 1926 um Widmungen der Schifferzunft Aschach und der Strombauleitung erweitert und 1965 von den Österreichischen Donaukraftwerken renoviert, geriet die „Halbe Meile“ über die Jahre beinahe in Vergessenheit. Zeit und Natur entzogen das mahnende und zugleich eine glückliche Flussfahrt verheißende Denkmal langsam den Augen der Vorüberreisenden. Nachdem im Jahr 2009 das mehr als 200 Jahre alte Denkmal vom Wildwuchs befreit und mit Unterstützung freiwilliger Helferinnen und Helfer auch die darunterliegende Sitzgelegenheit erneuert worden war, beschloss man im Jahr 2011, wie schon 2009 mit maßgeblicher Unterstützung von viadonau, auch das Denkmal selbst umfassend zu restaurieren. Seither lädt die „Halbe Meile“ wieder zum Verweilen am Donauufer ein und spendet farbenprächtig und gut sichtbar den Schiffsfahrenden ihren Segen von jener Felswand aus, an der einst Schiffmeister Johann Georg Fischer mit dem Strom um sein Leben stritt und zum Dank für die Bewahrung desselben mit der Stiftung des Schifferdenkmals ein Stück Donaugeschichte schrieb.

In Reminiszenz an das besondere Schifferdenkmal benannte viadonau ein 2016 in Dienst gestelltes Naufahrtboot nach der Halben Meile. Mit Single-Beam-Echolot und viel Power ausgestattet hilft die „Halbe Meile“ gemeinsam mit ihrem Schwesterschiff „Carnuntum“ beim Monitoring der Donau-Flusssohle.

Halbe Meile am Ufer des Donaukanals
Auch als Boot steht die Halbe Meile für eine sichere Fahrt am Strom. Das viadonau-Naufahrtboot unterstützt die Stromvermesser beim Auffinden kritischer Stellen in der Stromsohle, Foto: © viadonau/Zinner

Facts

Seinen bemerkenswerten Namen verdankt das Schifferdenkmal „Halbe Meile“ seiner speziellen Position und dem unter Maria Theresia 1756 eingeführten Maßsystem gemäß dem „Allgemeinen Maßpatent“. Darin entsprach eine „Postmeile“, auch „Polizeimeile“, exakt 7.585,9 Metern, also etwa der Entfernung zwischen den beiden Ortszentren von Aschach und Neuhaus. Ausgehend von der Stromachse der Donau befindet sich das Schifferdenkmal auf halber Strecke (circa 3.800 Meter) zwischen den Orten bei Stromkilometer 2 164,2, also auf „halber Meile“.

Der Autor
Andreas Herkel ist seit 2014 bei viadonau als Content Manager in der Unternehmenskommunikation tätig.
E-Mail: andreas.herkel[at]viadonau.org