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Auf einen Kaffee ins Mekka der globalen Transportwirtschaft

Die Aussteller der transport logistic 2017 sind um ein umweltfreundliches Image bemüht und wollen mit Einblicken in die jüngsten Errungenschaften in Technik- und Logistikkonzepten ihre Öko-Awareness bestätigen. Vorteil für Schifffahrtstreibende, Häfen und Wasserstraßenbetreiber: In Sachen Umweltfreundlichkeit und Leistungsfähigkeit ist die Schifffahrt sowieso Klassenprimus.

Erste Lektion beim Besuch des Münchner Messegeländes: Wer eine Messe wie die transport logistic in ihrer vollen Pracht erleben will, braucht gute Beine. Kein Wunder – bei rund 2000 Ausstellern aus mehr als 60 Ländern gibt es eine Menge zu sehen und zu erfahren – und eben zu gehen. Für vier Tage – von 9. bis 12. Mai – entsteht auf 112 000 Quadratmetern eine eigene kleine Stadt, die ganz im Zeichen moderner Verkehrs-, Transport- und Logistiklösungen steht – eine Welt, die zu erkunden sich nicht nur für das interessierte Publikum lohnt. Auch die Aussteller-Teams sind neugierig, was die anderen so zu bieten haben und nutzen beim gelegentlichen Flanieren die Chance, über den Tellerrand hinauszublicken. Nachdem die anfänglichen Orientierungsprobleme überwunden sind, bin auch ich gespannt auf die Welt der transport logistic 2017.

Messestand
Foto: © viadonau

Alles, was trägt
Klar, auf der international bedeutenden Leitmesse für Transport und Logistik wird geklotzt und nicht gekleckert. Man zeigt die Schokoladenseite. Und die ist – wenig überraschend – zunehmend digital. Da ist auch ein LKW nicht mehr das übliche lärmende und qualmende Ungetüm, sondern ein digital vernetztes mit Flüssiggas oder gar elektrisch betriebenes Wunderwerk der Technik mit Niederquerschnittreifen, elektronischer Steuerung und Head-Up-Display auf der Windschutzscheibe für sämtliche Daten zu Fahrtroute, Ladung und Zustand des Fahrzeugs. Während aufwändig gestaltete Modelleisenbahnen die Effizienz und Sicherheit eines modernen Schienennetzes aufzeigen sollen, geht es bei Luftfrachtunternehmen vor allem um die Zuverlässigkeit und unschlagbare Geschwindigkeit von Transportflugzeugen. Und ja, auch Drohnen dürfen im Reigen der vielfältigen Transporttechnologien ihr Potenzial unter Beweis stellen, wenn sie, unterstützt durch ausgeklügelte Elektronik, zackig und zentimetergenau ihre Manöver vorführen und sich so schon mal als Zustellservice für eine nahe Zukunft empfehlen.

Die transport logistic 2017 ist eine Messe der Schauwerte aber ebenso des demonstrativen Verantwortungsbewusstseins. Denn längst geht es nicht mehr nur um die hohe Leistung und den einfachen Betrieb eines Verkehrsträgers. Grüne Technologien und nachhaltiges Wirtschaften sind inzwischen bestimmende Wettbewerbsfaktoren. Der Klimawandel drängt zu Modernisierung und alternativen Konzepten. Die Aussteller sind um ein umweltfreundliches Image bemüht und wollen mit Einblicken in die jüngsten Errungenschaften in Technik- und Logistikkonzepten ihre Öko-Awareness bestätigen. Ein Vorteil für Schifffahrtstreibende, Häfen und Wasserstraßenbetreiber: In Sachen Umweltfreundlichkeit und Leistungsfähigkeit ist die Schifffahrt sowieso Klassenprimus. Für sie stehen bei der Messe nicht allein technische Perspektiven im Fokus, sondern vielmehr die Aufmerksamkeit für die Stärken der Wasserstraße zu steigern.

gut besuchter Messestand auf der transport logistic 2017
Foto: © viadonau/Ziertmann

Beim Reden kommen d’ Leut zamm
Also setzt man am Gemeinschaftsstand von viadonau und den österreichischen Donauhäfen lieber ganz auf Information, Transparenz und das offene Gespräch. Kaffeehausatmosphäre lädt bei einem interessanten Rahmenprogramm zum Plaudern ein. Expertinnen und Experten der verschiedenen Verkehrsträger geben in einer Podiumsdiskussion ihre Einschätzung zur aktuellen Lage Österreichs als Logistikstandort im Herzen Europas. Und junge Profis aus der Donaulogistikbranche bringen frische Lösungen, Ideen und Anforderungen für die Zukunft ins Gespräch, wie etwa die Kapazität des Binnenschiffs am effizientesten genutzt werden kann oder welches Potenzial Baumaterialien für den Transport auf der Wasserstraße haben. Das Publikum ist so vielfältig wie die Messe selbst. Grundsätzliche Fragen wechseln mit konkreten Geschäftsinteressen. Was macht viadonau als Wasserstraßenbetreiber eigentlich? Wie entwickelt sich der Umschlag im Hafen Linz? Wie bekomme ich meine Güter möglichst günstig vom Schwarzen Meer nach Mitteleuropa? Es herrscht reger Austausch. Wann hat man denn schon mal die Gelegenheit, Transportexpertinnen und -experten von viadonau oder Vertreterinnen und Vertreter der österreichischen Donauhäfen direkt anzusprechen?

Expertinnen und Experten im Gespräch am Messestand
Foto: © viadonau
Podiumsdiskussion am Messestand
Foto: © viadonau

Nach vier Tagen transport logistic leeren sich die Hallen zum vorerst letzten Mal. Insgesamt rund 60 000 Besucherinnen und Besucher gingen mit einer Menge Eindrücke, neuen Kontakten und bestimmt mit manch neuer Geschäftsidee nachhause. Unter ihnen wohl auch der eine oder andere leidenschaftliche Kugelschreibersammler, der nach dem Besuch im Eldorado der verschenkten Schreibwaren seine jüngsten Fundstücke zufrieden zwischen den Fingern dreht.

Fazit: ein rundum gelungenes Event, bei dem für alle was dabei ist, die wissen wollen, wie und von wem die globale Wirtschaft heute und in Zukunft in Bewegung gehalten wird.

Nach der transport logistic ist vor der transport logistic. Die Leitmesse für Logistik, Mobilität, IT und Supply Chain Management kehrt 2019 wieder, und auch wir folgen gerne erneut dem Ruf von der Isar.

Nahaufnahme Handbuch der Donauschifffahrt
Foto: © viadonau

Auf den Geschmack gekommen?
Einfach auf die Messe-Website schauen und 2019 vielleicht schon dabei sein: www.transportlogistic.de


Der Autor

Andreas Herkel ist seit 2014 bei viadonau als Content Manager in der Unternehmenskommunikation tätig und besuchte als Teil des Aussteller-Teams von viadonau die transport logistic 2017.
E-Mail: andreas.herkel[at]viadonau.org