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MS Negrelli - Aus dem Leben eines Donauveteranen

Könnte er reden, er hätte viel zu erzählen. Mit etwas mehr als fünf Lebensjahrzehnten auf dem Buckel, hat der MS Negrelli – benannt nach dem österreichischen Verkehrsbauingenieur Alois Negrelli von Moldelbe – bereits ein bewegtes Schiffsleben hinter sich.

MS Negrelli, im Vordergrund Blumenwiese
Mit fünzig ist das ehemalige Steintransportschiff im zweiten Frühling z.B. als coole Event Location, Foto: © viadonau

1966 im Auftrag des Bundesstrombauamts in der ÖSWAG-Linz gebaut, bestanden die ersten Jahrzehnte für das schwimmende Lastentier aus harter Arbeit im Buhnen- und Uferbau. Ausgerüstet mit einem elektrischen Kran und einer Steintransportschute, entleerte und transportierte das 64 Meter lange und 10 Meter breite Schiff sogenannte Steinkübel. Kran und Schute sollten im Laufe der Zeit verschwinden, stattdessen wurden neue Einsatzzwecke erschlossen. So war der Negrelli seit seinem Stapellauf vor 51 Jahren trotz Umbau und Neuanstrich zunächst bei Bundesstrombauamt und Wasserstraßendirektion, später Donaubetriebs AG und schließlich bei viadonau durchgehend in Dienst.

Ausstellung mit Besucherinnen und Besucher im Schiff
Für die Ausstellung "donau on tour" wurden die Laderäume des Negrelli zum Info-Hot-Spot in Sachen Donau und Schifffahrt umfunktioniert, Foto: © viadonau

Nach der Fusion des Unternehmens 2005 verblieb das selbstfahrende, ehemalige Steintransportschiff im Eigentum von viadonau. Noch im selben Jahr buchte die Kunstuniversität Linz das Schiff für zwei Wochen und baute es im Sinne eines mobilen, außeruniversitären Standortes um. Der geräumige Bauch des Schiffes wurde zum Event- und Ausstellungsort umfunktioniert. So begann die zweite „Karriere“ des Negrelli. Seither dient das inzwischen 66 Meter lange Schiff mit seinem ureigenen donautypischen Charme als außergewöhnliche Event-Location. Von 2007 bis 2013 nutzte viadonau das Schiff für das Projekt „donau on tour“, bei dem Besucherinnen und Besucher Wissenswertes über Fluss, Schifffahrt und die Arbeit von viadonau erfuhren. Entgegen der Gepflogenheit, Schiffsnamen meist mit einem weiblichen Artikel zu versehen, wird der MS Negrelli deutlich häufiger als Maskulinum genannt.

Und wer könnte besser vom Donauleben an Bord des MS Negrelli berichten als sein Kapitän? Josef Satzl, seit 1996 am Steuer des Negrelli, gewährte mir in einem kleinen Gespräch spannende Einblicke. Hier geht's zum Interview.

Der Autor
Andreas Herkel ist seit 2014 bei viadonau als Content Manager in der Unternehmenskommunikation tätig .
E-Mail: andreas.herkel[at]viadonau.org