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Osterluzeifalter – Ein anspruchsvoller Schönling

Während die prächtigen Falter etwa von März bis Juni fliegen, widmen sich die knalligen orangegedornten Raupen etwa von Mai bis Juli ihrer äußerst einseitigen Ernährung. Die heiklen Esser akzeptieren nur eine Futterpflanze, die dem Falter auch seinen Namen gibt: die Osterluzei.

Osterluzeifalter auf Blatt
© Josef Pennerstorfer

Als wählerischer Nahrungsspezialist  und ortstreuer Warmwetterfreund zählt er in Österreich vielerorts zu den bedrohten Arten. Insbesondere in Wien und Niederösterreich gilt er als stark gefährdet. Seit einigen Jahren ist eine fortschreitende Erholung seines Bestandes zu beobachten. Die für ihn charakteristischen speziellen Nahrungs- und Lebensraumansprüche machen sein Erscheinen aber immer noch zu etwas Besonderem und Positivem – ist das empfindliche Insekt doch auch Botschafter intakter und artenreicher Naturräume.

Zerynthia polyxena oder – kaum weniger exotisch – der Osterluzeifalter. Mit kontrastreich gezeichneter, hellgelb-schwarzer Flügelpracht begegnet uns der von Südosteuropa bis Kasachstan vorkommende Schmetterling in Ostösterreich vor allem in wärmedurchfluteten, offenen „Heißländen“, auf Wiesen und Dämmen aber auch in Flussauen, allen voran in den Donauauen. Während die prächtigen Falter etwa von März bis Juni fliegen, widmen sich die knalligen orangegedornten Raupen etwa von Mai bis Juli ihrer äußerst einseitigen Ernährung. Die heiklen Esser akzeptieren nur eine Futterpflanze, die dem Falter auch seinen Namen gibt: die Osterluzei. Die auch als Pfeifenblume bekannte Pflanze besiedelt vor allem trocken-warme Wiesenstandorte, gerne auch Auwälder und Weinberge und prägt dabei entscheidend das Ausbreitungsgebiet des monophagen Schmetterlings. Durch Herbizide, Dammbaumaßnahmen und ungünstige Mahdrhythmen an Straßen und Böschungen über die letzten Jahrzehnte zurückgedrängt, teilten Pflanze und Falter schließlich das Schicksal zunehmender Gefährdung. Obwohl er in Wien und Niederösterreich noch sehr lokal auftritt, erobert er seit einigen Jahren alte Siedlungsgebiete in Kamp- und Kremstal, entlang der Donau und auch in der Oststeiermark wieder zurück.  

Erholung durch Artenschutz oder Profiteur des Klimawandels? Für den Falter, der sich an heißen und trockenen Hängen am wohlsten fühlt, könnte beides gelten. Dauerhaft höhere Durchschnittstemperaturen begünstigen die Ausbreitung des Wärme liebenden Insekts. Aufgrund des wählerischen Nachwuchses kann die Verbreitung des gestreiften Falters aber nur gemeinsam mit dessen ausschließlicher Futterpflanze erfolgen. Gezielte Biotoppflege und Pflanzungen sowie auf Insekt und Pflanze abgestimmte Mahdzyklen verhelfen der Osterluzei an geeigneten Orten wieder Fuß zu fassen. So geschehen auf den Donau-Dämmen zwischen Krems und Tulln, wo viadonau unter der Begleitung von Schmetterlingsexperten 19 Bereiche mit Osterluzei voll mit Raupen der sensiblen Art beim ersten Mahddurchgang ausgespart hat, um ihre Entwicklung zum erwachsenen Falter zu gewährleisten – unser Beitrag dazu, dass der schöne Falter, der zu einem lebendigen Symbol für Naturschutz und Artenvielfalt geworden ist, weiterhin Teil des großen Naturerlebnisses Donau bleibt.


Der Autor
Andreas Herkel ist seit 2014 bei viadonau als Content Manager in der Unternehmenskommunikation tätig.
E-Mail: andreas.herkel[at]viadonau.org