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Blumenwiesen brauchen Pflege – Ab Mitte September findet die 2. Mahd statt

Der österreichische Donauabschnitt wird von ökologisch wertvollen Ufergehölzen und Wiesenflächen gesäumt. Für die Instandhaltung der Wasserstraße Donau und damit auch für die Ufer- und Dammpflege ist viadonau zuständig.

Vorausschauende ökologische Pflegekonzepte sind ein wichtiger Beitrag für den Schutz der Biodiversität. Entlang der 350 Kilometer langen österreichischen Donaustrecke pflegt und erhält viadonau Rückstau- und Hochwasserschutzdämme nach ökologischen Gesichtspunkten. Das sind mehr als 600 Hektar Blumenwiesen, die regelmäßig gemäht und gepflegt werden müssen. Von Mitte September bis Mitte Oktober findet die sogenannte zweite Mahd statt – eine gezielte Pflege- und Erhaltungsmaßnahme zum dauerhaften Schutz der Artenvielfalt.

Der österreichische Donauabschnitt wird von ökologisch wertvollen Ufergehölzen und Wiesenflächen gesäumt. Für die Instandhaltung der Wasserstraße Donau und damit auch für die Ufer- und Dammpflege ist viadonau zuständig. Dabei wird vor allem auf Voraussicht und Nachhaltigkeit gesetzt. Wenn Wiesen verbrachen, geht der Artenreichtum nachweislich zurück. Nur durch die regelmäßige Mahd ist dieser auch langfristig gesichert.

Orchideen auf einem Rückstaudamm
Orchideen auf einem Rückstaudamm, Foto: © viadonau
Dammpflege auf einer Trockenen Glatthaferwiese
Dammpflege auf einer Trockenen Glatthaferwiese beim 2. Schnitt, Foto: © viadonau

Naturraum-Management: Artenvielfalt durch Pflegekonzepte
Gemeinsam mit Fachleuten aus Naturschutz und Verwaltung werden von unserem Team Umwelt/Ökologie entlang des gesamten österreichischen Donauabschnitts Wiesenpflegepläne erstellt und Schritt für Schritt umgesetzt. Die Arbeiten werden von Expertinnen und Experten aus den Bereichen Botanik und Insektenkunde begleitet, auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Streckenpflege werden dazu umfangreich geschult.  

Die Grundidee der Pflegekonzepte ist, den notwendigen Mahdeingriff, der zur Erhaltung der ökologisch wertvollen Wiesen nötig ist, möglichst schonend zu gestalten. Orientiert an Zielarten, wie heimischen Orchideen und anderen geschützten Blütenpflanzen, Schmetterlingen oder Bienen, bedeutet das eine Festlegung auf unterschiedliche Mahdzeitpunkte, das Belassen von ungemähten Rückzugstreifen und lokaler Nährstoffentzug durch Mahd und Abtransport des Mähguts.  

Ein weiteres Ziel einer häufigen Mahd ist die Eindämmung von eingewanderten Pflanzenarten, sogenannten Neophyten, um die bunten Blumenwiesen auch für zukünftige Generationen zu erhalten.

Mahdzeitpunkte
Nährstoffarme Dammbereiche können mit einer einmaligen Mahd als untergrasreiche Wiesen langfristig erhalten bleiben. Zweimalige Mahden sind vor allem dort geplant, wo nährstoffreichere Dammbereiche als Wiese erhalten oder entwickelt werden sollen. So entsteht an nährstoff- und biomassereichen Standorten eine mehrstufig aufgebaute Wiesenstruktur. Durch den Abtransport des Mähguts, der bisher aufgrund des erhöhten Pflegeaufwands nur in ausgewählten Bereichen verwirklicht ist, soll eine langsame Ausmagerung des Bodens erfolgen. Auf diese Weise entsteht eine möglichst artenreiche, mosaikartig-vielfältige Vegetation.

Mahd und Abtransport
Mahd und Abtransport, Foto: © viadonau
Mähroboter
Die Mahd wird von geschulten viadonau-Mitarbeitern mittels Mähroboter durchgeführt, Foto: © viadonau

„Aufgrund unserer Verantwortung für das Ökosystem Donau legen wir großen Wert auf nachhaltige Pflege- und Erhaltungsarbeiten. Davon profitiert nicht nur der Natur- und Artenschutz, sondern auch das Landschaftsbild und der Tourismus“, ist DI Hans-Peter Hasenbichler, Geschäftsführer von viadonau, überzeugt.


Die Autoren
Barbara Becker, Nina Persch und Bernhard Karl sind Expertinnen und Experte für Ökologie und Renaturierung bei viadonau und widmen sich unter anderem dem Schutz und der ökologischen Instandhaltung des Naturraums Donau und seiner reichen Artenvielfalt.