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bee-odiversity – viadonau und der Schutz der Bienen

Blühende artenreiche Wiesen, Säume, Waldränder, Gebüsche und Wälder sind die Lebensgrundlagen für Bienen und Hummeln. Biodiversität eben. In einem Satz zusammengefasst: Irgendwo muss immer etwas blühen!

Egal ob Supermarkt oder Autohaus, Museum oder Baustoffhändler – die Liste werbewirksamer Bieneninitiativen in Österreich ist lang. Und die Diskussion über ein EU-weites Verbot bienenschädlicher Spritzmittel längst in aller Munde. Warum sind Bienen jetzt auch bei viadonau ein Thema? Weil wir mit unserer Arbeit auch ökologische Ziele verfolgen und uns für mehr Biodiversität einsetzen wollen. Und weil wir rund 650 Hektar Wiesen und rund 700 Hektar Wald an der Donau verwalten und daher wirklich etwas tun können!

Wildbiene auf Berg-Sandglöckchen
Wildbiene auf Berg-Sandglöckchen, einem Trockenrasen-Spezialisten, Foto: © Barbara Becker

Bienen, Wildbienen und Blumen
Neben der beliebten Honigbiene gibt es in Österreich rund 700 Wildbienenarten, zu denen auch die Hummeln gehören. Manche Wildbienen sind noch dazu echte Spezialisten und brauchen eine bestimmte Nahrungspflanze, Beispiele sind Witwenblume, Glockenblume oder Gelber Lein – andere sammeln, was gerade in der Nähe blüht. Ihnen allen gemeinsam ist die rein vegetarische Ernährung – sie leben ausschließlich von Nektar und Pollen unserer Blütenpflanzen und brauchen diesen Blütenreichtum fast das ganze Jahr über – von März bis November. Und da setzt auch schon der wirksamste Schutz dieser Insektengruppe an: Blühende artenreiche Wiesen, Säume, Waldränder, Gebüsche und Wälder sind die Lebensgrundlagen für Bienen und Hummeln. Biodiversität eben. In einem Satz zusammengefasst – irgendwo muss immer etwas blühen!

Hummeln im Gras
Hummelpaarung, Foto: © Barbara Becker

Streckenpflege für die Bienen
Die Erhaltung artenreicher Trockenrasen und bunter Wiesen funktioniert nicht ohne regelmäßige Pflege. Ohne Mahd würden die Wiesen verbrachen und der Artenreichtum zurückgehen. Für unsere Bienen, aber natürlich auch für Schmetterlinge, Heuschrecken und anderen Insekten, ist es wichtig, dass zumindest einmal jährlich gemäht wird, nur so können sich Kräuter und Blumen gegen hochwüchsige Gräser durchsetzen. Den ersten Schnitt legen wir daher immer so, dass die erste Blüte schon voll im Gange ist, da kann das Gras dann ruhig schon etwas strohig aussehen. Zu frühe Mahd, zu häufige Mahd oder reines Häckseln der Flächen wirkt sich negativ auf die Biodiversität aus. viadonau achtet darauf, dass immer irgendwo Blühflächen zur Verfügung stehen, daher variieren wir zwischen früh und spät gemähten Flächen, ein- und zweimaliger Mahd, und auch Mahd und Abtransport des Mähguts wird wieder verstärkt eingesetzt. Für einige Bereiche gibt es sehr durchdachte Pflegekonzepte, die zwischen den verschiedenen Zielen vermitteln. Dass wir schon seit Jahren auf alle Spritzmittel völlig verzichten, soll nicht unerwähnt bleiben – die vieldiskutierten Unkrautvernichter werden bei viadonau nicht eingesetzt.

Neophytenbekämpfung aus Sicht der Bienen
Auch wenn invasive Neophyten wie Kanadische Goldrute, Japanischer Staudenknöterich oder Indisches Springkraut von Bienen gerne genutzt werden und v.a. im Spätsommer für volle Honigräume sorgen- viadonau hat sich der Neophytenbekämpfung verschrieben. Denn der Verlust abwechslungsreicher Lebensräume durch die Ausbreitung einer weniger Neophytenarten wiegt schwerer. Also Neopyhtenbekämpfung für mehr Biodiversität und für unsere Bienen!

Thymian auf Blumenwiese
Thymian ist eine beliebte Bienenweide, Foto: © Barbara Becker

Gezieltes Verbessern der Bienenweide (Nahrungspflanzen)
Wo viadonau Saatgut benötigt, wird besonders auf Bienenfreundlichkeit geachtet. Wir verwenden regionales Saatgut mit mindestens 50% Kräuteranteil. Die Lieblingsarten mancher Wildbienen und Schmetterlinge sollen genauso in der Mischung vertreten sein und reichliche Nektarspender wie Schmetterlingsblütler (Klee, Wicke), Korbblütler (Flockenblume, Löwenzahn) oder Lippenblütler (Thymian, Wildes Oregano oder Salbeiarten). Bei Gehölzpflanzungen nutzen wir das Angebot aus der regionalen Gehölzvermehrung, die die Gehölze nicht durch Stecklinge vermehrt (also „klont“) sondern durch Samen vermehrt, also neue Gen-Typen erzeugt. Besonders bienenfreundlich ist es, Weiden zu setzen, denn die spenden im zeitigen Frühjahr Pollen für die erfolgreich überwinterten Bienen. Weiden brauchen wir entlang der Donau immer wieder, in letzter Zeit nehmen wir auch gerne Salweiden („Palmkatzeln“) dazu, denn die liefern besonders reichlich Pollen.

Bienenwand
Bienenwand, Foto: © Barbara Becker

Rund ums (Bienen-) Haus
Immer wieder bekommen wir Anfragen von Imkern, die ihre Bienen auf unseren Flächen aufstellen möchten. Einige Bienenstände gibt es auf unseren Flächen. Unbedingt vorher zu bedenken: Ist die Zufahrt erlaubt? Sind Abstände zu stark frequentierten Wegen eingehalten? Und wie steht es mit der Hochwassersicherheit?

Für Wildbienen achten wir im Aubereich auf Totholzangebot, morsche Stämme und ablösende Rinde stellen natürliche Nisthöhlen für viele Hautflügler (aber auch seltene totholzbewohnende Käfer) dar. Lehmige Steilufer an der Donau sind manchmal übersät mit den Nisthöhlen von grabenden Wildbienen. Rund ums Haus stellen wir auch gerne Wildbienenhölzer als Ersatzlebensraum zur Verfügung.

Nützlingshotel
Nützlingshotel, Foto: © Barbara Becker
Schwarm zwischen Ästen
Foto: © Barbara Becker

Die Autorin
Barbara Becker ist seit 2005 bei viadonau. Neben zahlreichen weiteren Aufgaben widmet sich die Umweltexpertin vor allem dem ökologischen Naturraum-Management sowie der Vorbereitung und Umsetzung von Renaturierungsprojekten.
E-Mail: Barbara.Becker[at]viadonau.org